Schloss Aystetten


Überblick

Lage:
12 km nordwestlich von Augsburg im Naturpark Westliche Wälder

Zeittafel:
1428: Erstmals erwähnt
1615: Familie Fleckhaimer
1620: Älteste Darstellung
1693: Familie Sulzer, Wiederaufbau, barocke Stuckdecken
1729: Familie von Münch
1740: Erweiterung des Schlosses, Porzellanzimmer
1858: Familie von Stetten
 

Haus
und Geschichte

Das Dorf Aystetten liegt etwa 12 km nordwestlich von Augsburg in einem schmalen Tal, das sich von West nach Ost erstreckt und nahezu vollständig von einem großen Waldgebiet, dem sog.  Rauhen Forst (als Teil der Westlichen Wälder), umgeben ist. Das Schloss selbst mit seinen Nebengebäuden liegt exponiert am Ende eines kleinen Höhenrückens, der nach Süden und Westen hin ins Aystetter Tal abfällt.

Aystetten (Eystett) wurde erstmals 1428 als Lehen des Augsburger Bischofs an die Familie Langenmantel von Radau urkundlich erwähnt. Mit einiger Wahrscheinlichkeit markiert dies den Beginn der Baugeschichte von Schloss Aystetten. In den folgenden knapp 200 Jahren  kam es zu mehrfachem Besitzwechsel (Langenmantel, Eggenberger, Herwarth, Kloster Heilig Kreuz, Fugger).

Im Jahr 1615, kurz vor Beginn des dreißigjährigen Krieges, übernahm die Familie Fleckhaimer von Aystetten den Besitz. Aus jener Zeit stammt die älteste bekannte Darstellung von Dorf und Schloss Aystetten (Stich von 1620 ...). Die charakteristische Südfassade hat sich bis heute kaum verändert. Von den Wehranlagen, die das Gebäude  vollständig umgaben, sind zwei Türme und wenige Mauern erhalten. Nach Ende des 30-jährigen Krieges war das Schloss zum Teil zerstört und wurde 1693 von Leonhard Carl Sulzer übernommen. Er setzte das schwer beschädigte Haus wieder in Stand (Abbildung im Porzellanzimmer ...) und stattete es u. a. mit eindrucksvollen Stuckdecken ... im 1. und 2. Obergeschoss aus.

Nach einem Zwischenspiel der Familie Langenmantel kam der Besitz 1729 an Christian v. Münch, der in Augsburg als Bankier tätig war. Er erweiterte 1740 das Schloss auf die doppelte Größe (Stich von 1740 ...) und stattete das im luftigen Rocaille-Stil gehaltene Porzellanzimmer ... mit wertvollen chinoisen Fayencen aus, die in phantasievollen Bildern etwas von den damaligen Vorstellungen über China vermitteln wollen. Bei Christian v. Münch paarte sich die Liebe zu China mit gesundem Geschäftssinn: Er pflanzte Maulbeerbäume an und begann eine Seidenraupenzucht aufzubauen. Rund 100 Jahre später wurde der Besitz von der Familie Münch aufgegeben und schließlich

1858 von Johann Paul v. Stetten (Inhaber der Stetten-Halder-Bank und Ururenkel von Christian v. Münch), in dessen Besitz u. a. auch die Güter Hammel, Göggingen und Elmischwang waren, übernommen. Heute ist Schloss Aystetten in der 6. Generation im Familienbesitz.